Vorsicht Falle – Arbeitnehmerveranlagung

Gewerkschaftsbeiträge, die bereits durch die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt wurden, mussten bisher beim Antrag zur Arbeitnehmerveranlagung (bzw der Einkommensteuererklärung) nicht noch einmal extra beantragt werden.
Mit der Veranlagung für das Kalenderjahr 2016 ist diesbezüglich eine Änderung eingetreten.

Die Anmerkung Kennzahl 717 „Gewerkschaftsbeiträge und sonstige Beiträge zu Berufsverbänden und Interessensvertretungen ausgenommen Betriebsratsumlage“ lautet neu: „Nur auszufüllen, wenn nicht bereits durch Ihre Arbeitgeberin/Ihren Arbeitgeber in richtiger Höhe berücksichtigt.“
Das bedeutet für all jene, die neben den Gewerkschaftsbeiträgen sonstige Beiträge zu Berufsverbänden und Interessenvertretungen steuerlich geltend machen können, dass bei der Kennzahl 717 der Gesamtbetrag aller derartigen Beiträge (plus Gewerkschaftsbeiträge) auszufüllen ist. Werden – wie bisher – nur die zusätzlichen Beiträge angeführt, so führt das dazu, dass die bereits berücksichtigten Gewerkschaftsbeiträge wieder zum Einkommen dazu gerechnet und so nachversteuert werden.


Die FCG wird sich im Finanzministerium dafür einsetzen, diese Falle bei der Arbeitnehmerveranlagung zu entschärfen und eine praktikable Lösung zu finden. So könnte, was am einfachsten wäre, der frühere Status wieder hergestellt werden, allenfalls unter Einführung einer Prüfroutine, wenn die geltend gemachten Beträge ident mit den von der/vom Arbeitgeber/in abgezogenen sind, oder bei der/beim Steuerpflichtigen automatisiert nachfragen, wenn die geltend gemachten Beiträge niedriger sind, als die einbehaltenen.